Probleme mit der Kupplung

 

Die Kupplung 'rupft'

Ein Rupfen der Kupplung kann grundsätzlich durch fünf Ursachen entstehen.

Erste mögliche Ursache sind verölte Kupplungsbeläge. Durch undichte Wellendichtringe an Kurbelwelle und Getriebe kann Öl auf die Kupplungsbeläge kommen. Hier kann nur Ersatz der Dichtringe und Austausch der Mitnehmerscheibe und penibler Reinigung der Bauteile Abhilfe schaffen.
Außerdem kann überschüssiges Fett von der Keilwelle durch die entstehenden Fliehkräfte nach außen geschleudert werden und somit die Beläge verunreinigen. Dieses Problem kann durch vernünftige Dosierung und Einsatz von haftstarken Spezialfetten vermieden werden.
Abhilfe schafft hier nur ein Austausch der Mitnehmerscheibe, Reinigung von Keilwelle, Druckplatte und Schwungrad und korrekter Einsatz von Spezialfett.

Kupplungsbeläge (Mitnehmerscheiben) niemals reinigen und wieder verbauen! Das von den porösen Reibbelägen aufgesaugte Öl kann nicht vollständig entfernt werden! Im Fahrbetrieb tritt durch Erwärmung der Reibbeläge immer wieder Öl nach aussen und das Problem beginnt von neuem. Ein Reinigen mit Lösungsmitteln (Verdünnung, Bremsenreiniger,...) bewirkt außerdem ein auslösen der Weichmacher im Kupplungsbelag. Ein aushärten der Beläge und weitergehende Schäden u.a. am Schwungrad sind die Folge. Eine weitere gängige Methode ist das Erhitzen der Mitnehmerscheibe um das eingedrungene Öl "auszukochen". Hier entstehen gleich drei Probleme: Aushärten der Beläge, Gefahr von Verzug der Scheibe und Beschädigung der Drehschwingungsdämpfer (Gummiblöcke oder Schraubenfedern).

Zweite mögliche Ursache ist eine überhitzte und/oder gerissene Mitnehmerscheibe. Dies entsteht durch falsche Fahrweisen wie häufiges schleifenlassen der Kupplung oder ein-/auskuppeln bei hoher Drehzahl, oder durch Schleifen der Kupplung aufgrund zu geringem oder keinem Kupplungsspiel.

Dritte mögliche Ursache ist eine verzogene Druckplatte. Dieser Verzug wird durch unsachgemäße Montage verursacht. Hier gilt: die Schrauben immer gleichmäßig, über Kreuz und mit der Hand anziehen. Anzugsmomente beachten!
Vom Einsatz eines Schlagschraubers bei der Demontage ist abzusehen, wenn die Druckplatte wieder verbaut werden soll.

Vierte mögliche Ursache ist eine verzogene Mitnehmerscheibe (Planabweichung). Diese Abweichung ist evtl. Produktionsbedingt und deshalb muss jede Scheibe vor dem Einbau geprüft und ggf. gerichtet werden. (!)

Bei schwierigen Platzverhältnissen kann die Nabe der Mitnehmerscheibe beim Einführen der Eingangswelle (Keilwelle) durch das Gewicht des Getriebes verkanten. Außerdem können durch eine schwergängige oder unzureichende Keilwelle Verspannungen entstehen, die ebenfalls einen Verzug zur Folge haben können.

Fünfte mögliche Ursache ist eine partiell verhärtete Reibfläche der Schwungscheibe. Diese Verhärtungen entstehen bei thermischer Überlastung.

 

Die Kupplung riecht

Wenn die Kupplung schon mal riecht ist Gefahr im Verzug! Geruch bedeutet Überhitzung! Die Ursachen hierfür liegen entweder in der falschen Bedienung durch häufiges schleifenlassen der Kupplung und ein-/auskuppeln bei hoher Drehzahl, oder durch Schleifen der Kupplung aufgrund zu geringem oder keinem Kupplungsspiel. Die Beläge verbrennen, verhärten sich (verglasen) oder reissen. Eine Folge ist das o.g. Rupfen.

Beim Austausch einer überhitzten Kupplung ist unbedingt die Schwungscheibe zu prüfen! Risse in der Reibfläche und verhärtete Stellen können zu einem vorzeitigen Verschleiß der neuen Mitnehmerscheibe führen. Eine so beschädigtes Schwungrad kann je nach Bauart instandgesetzt (abgedreht) werden, oder wenn dies aufgrund der Schwere der Beschädigung oder der Bauart (z.B. 2-Massen-Schwungrad) nicht möglich ist, muss man es erneuern.

 

Die Kupplung trennt nicht mehr

Wenn die Kupplung nicht mehr trennt sind grundsätzlich drei Ursachen möglich:

Bei längerer Standzeit in feuchter Umgebung kann der Kupplungsbelag auf den Reibflächen festrosten. Hier hilft entweder ausbauen, reinigen und entrosten, oder wenn diese Montagearbeit aus Sicht der Zeitwertgerechten Instandsetzung nicht in Frage kommt, Einsatz von sanfter Gewalt, wie z.B. Motor im Stand warmlaufen lassen, abstellen und dann mit eingelegtem Gang starten und losfahren. Fahrzeug anschließend "abwürgen". Durch die Erwärmung und den anschließenden Ruck sollten sich die Beläge lösen. Diese Methode jedoch nur auf einem abgesperrten Gelände anwenden!
Der Fehler kann jedoch auch in der Pedalkraftübertragung zu finden sein. Bei mechanischer Betätigung z.B.: defekte automatische Nachstelleinrichtung, festgerostetes oder gebrochenes Kupplungsseil, gebrochener Ausrückhebel,... Bei hydraulischer Betätigung z.B.: defekte Geber-/Nehmerzylinder, Luft im System, Undichtheit am System,...
Eine weitere mögliche Ursache ist ein Schleifen der Mitnehmerscheibe. Dies wird durch einen Seitenschlag verursacht und lässt die Getriebehauptwelle immer leicht mitdrehen. Die Hauptwelle muss dann beim Schaltvorgang über die Synchroneinrichtungen im Getriebe gebremst werden. Neben den Schaltschwierigkeiten ist ein erhöhter Verschleiß der Synchronringe und sind damit Folgeschäden vorprogrammiert. Dieser Effekt verstärkt sich meist bei Erwärmung der Kupplung.

 

Die Kupplung greift nicht mehr

Wenn die Kupplung nicht mehr greift (durchgeht) ist meist der Reibbelag verschlissen. Eine weitere mögliche Ursache ist ein Bruch der Tellerfeder. Schwergängige Bedienungselemente wie Ausrücker, Ausrückhebelwelle oder ein angerostetes Keilwellenprofil können ebenfalls zu einen unzureichenden Kraftschluss führen.

 

Die Kupplung macht Geräusche

Mögliche Ursachen von Geräuschen rund um die Kupplung:

Geräusche beim Auskuppeln (Pedal treten): defektes Ausrücklager, defektes Pilotlager, lose Schrauben an der Druckplatte.
Geräusche beim Einkuppeln (Pedal lösen): defektes Ausrücklager, defektes Pilotlager, defekte Getriebelager, lose Schrauben an der Druckplatte.
Geräusche verschwinden beim Betätigen des Kupplungspedals: defekte Getriebelager.

Grundsätzlich gilt: Ursachen erkennen!